Die Abschlussprüfung ist die letzte formale Leistungsüberprüfung am Ende einer Ausbildung, eines Studiengangs oder eines Schulbildungsgangs. Sie entscheidet darüber, ob ein anerkannter Abschluss vergeben wird, und unterscheidet sich je nach Bildungsbereich stark in Form und Umfang.
Abschlussprüfung in Schule und Berufsausbildung
In der Schule stehen Abschlussprüfungen etwa am Ende der Sekundarstufe I (Realschulabschluss) oder mit dem Abitur. Sie werden je nach Bundesland zentral oder dezentral gestellt und sollen ein vergleichbares Leistungsniveau sicherstellen.
In der dualen Berufsausbildung ist die sogenannte gestreckte Abschlussprüfung inzwischen der Regelfall: Ein erster Prüfungsteil findet etwa zur Mitte der Ausbildungszeit statt und fließt bereits in die Endnote ein – er ersetzt die frühere Zwischenprüfung in vielen Ausbildungsberufen. Der zweite, meist umfangreichere Teil folgt am Ende der Ausbildung und prüft praktische und theoretische Kenntnisse vor der zuständigen Kammer. Bei besonders guten Leistungen können Auszubildende nach § 45 Berufsbildungsgesetz vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen werden und die Ausbildungszeit dadurch verkürzen; bei Nichtbestehen ist die Prüfung in der Regel zweimal wiederholbar.
Abschlussarbeit und Prüfung im Studium
Im Studium besteht die Abschlussprüfung meist aus zwei Elementen: einer schriftlichen Abschlussarbeit und häufig einer ergänzenden mündlichen Prüfung oder Verteidigung. Die Bachelorarbeit wird in der Regel mit 6 bis 12 ECTS-Punkten bewertet – bei insgesamt 180 bis 240 ECTS-Punkten für das gesamte Bachelorstudium – und umfasst meist 30 bis 50 Seiten bei einer Bearbeitungszeit von rund 9 bis 12 Wochen.
Die Masterarbeit ist umfangreicher: Sie wird meist mit 15 bis 30 ECTS-Punkten bewertet, hat üblicherweise 30 bis 100 Seiten (im Schnitt um die 60 Seiten) und eine Bearbeitungszeit von mehreren Monaten. Viele Studiengänge, insbesondere im Master, verlangen zusätzlich ein Kolloquium oder eine mündliche Verteidigung, in der die eigene Arbeit vor Prüfenden erläutert und verteidigt wird. Schriftliche Leistungskontrollen während des Studiums, etwa Klausuren, ergänzen die Note, tragen aber in der Regel weniger stark zur Abschlussnote bei als die Abschlussarbeit selbst.
Abschlussprüfung im wirtschaftlichen Kontext
Außerhalb von Schule, Ausbildung und Studium wird der Begriff „Abschlussprüfung“ auch in einem ganz anderen Zusammenhang verwendet: als Prüfung des Jahresabschlusses eines Unternehmens durch einen Wirtschaftsprüfer. Für große Kapitalgesellschaften ist diese Form der Abschlussprüfung nach dem Handelsgesetzbuch verpflichtend und dient der Kontrolle, ob die Finanzberichterstattung den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Mit der bildungsbezogenen Abschlussprüfung hat sie inhaltlich nichts zu tun, außer dem gemeinsamen Grundgedanken der Qualitätskontrolle am Ende eines Prozesses.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gestreckte Abschlussprüfung?
Eine Prüfungsform in der dualen Ausbildung, bei der ein erster Prüfungsteil bereits zur Mitte der Ausbildungszeit stattfindet und in die Endnote einfließt, während der zweite, meist umfangreichere Teil am Ausbildungsende folgt.
Wie viele ECTS-Punkte bringt eine Bachelorarbeit?
Üblich sind 6 bis 12 ECTS-Punkte, abhängig von Hochschule und Studiengang. Das gesamte Bachelorstudium umfasst in der Regel 180 bis 240 ECTS-Punkte.
Kann man die Abschlussprüfung in der Ausbildung vorziehen?
Ja, bei nachweislich guten Leistungen ist nach § 45 Berufsbildungsgesetz eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung möglich, wodurch sich die Ausbildungszeit verkürzt.
Was passiert bei Nichtbestehen der Abschlussprüfung?
In Ausbildung und Studium ist eine Wiederholung in der Regel möglich, meist bis zu zweimal; die genauen Regeln legen Prüfungs- beziehungsweise Ausbildungsordnung fest.










