Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)
Talentförderung bezeichnet gezielte Maßnahmen, mit denen Schulen, Hochschulen und Betriebe besondere Begabungen erkennen und weiterentwickeln – fachlich ebenso wie sozial und praktisch. Sie hilft Lernenden, ihr Potenzial auszuschöpfen, und stärkt zugleich die Qualität des Bildungssystems insgesamt.
Die Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ (LemaS)
Die wichtigste bundesweite Initiative zur schulischen Begabtenförderung ist „Leistung macht Schule“ (LemaS), getragen von Bund und Ländern gemeinsam mit der Bildungsforschung. In der ersten Phase (2018–2023) beteiligten sich rund 300 Schulen aller Schularten. Seit der zweiten Phase (2023–2027) sind rund 850 weitere Schulen hinzugekommen, sodass heute etwa 1.150 Schulen bundesweit an der Initiative teilnehmen. Im Mittelpunkt der zweiten Phase steht der Transfer: In der ersten Phase entwickelte und erprobte Konzepte sollen möglichst vielen weiteren Schulen zugänglich gemacht werden.
LemaS versteht Leistung bewusst breit – nicht nur Schulnoten zählen, sondern auch künstlerische, sportliche und soziale Fähigkeiten. Für die Förderung werden individuelle Förderpläne entwickelt, die auf die jeweiligen Stärken der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sind.
Talentförderungsnetzwerke in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg sind im Rahmen von LemaS 53 Schulen in 13 thematische Netzwerke aufgeteilt, jeweils geleitet von einer erfahrenen Schule und einem Vertreter des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL). Die Netzwerke sind auf vier Themenschwerpunkte verteilt: Schulentwicklung und Kooperation, fächerübergreifende Unterrichtsentwicklung, MINT sowie sprachliche Bildung. Sogenannte Multiplikationsschulen geben erprobte Konzepte an weitere Schulen weiter und tragen so dazu bei, dass Fördermethoden kontinuierlich verbessert und breiter nutzbar werden.

Talentförderung in Ausbildung und Beruf
Auch außerhalb der Schule spielt die frühzeitige Erkennung von Begabungen eine wachsende Rolle: Berufsfachschulen und Ausbildungsbetriebe kombinieren praxisorientierte Coaching– und Mentoring-Angebote, um fachliche und persönliche Entwicklung während und nach der Lehre zu begleiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt begabte Auszubildende und Studierende unter anderem über das Deutschlandstipendium und über Begabtenförderungswerke, die Stipendien vergeben.
Wie Talente erkannt und gefördert werden
Talente zeigen sich nicht nur in Noten oder Testergebnissen, sondern auch in Kreativität, sozialem Engagement oder praktischem Geschick. Eine verlässliche Berufsorientierung und -förderung setzt deshalb auf mehrere Beobachtungsquellen: Lehrkräfte, Eltern und – besonders im Übergang zur Ausbildung oder ins Studium – auch die Lernenden selbst. Strukturierte Kompetenzmodelle helfen dabei, Stärken systematisch statt zufällig zu erfassen und passende Fördermaßnahmen abzuleiten, etwa gezieltes Mentoring oder zusätzliche Lernangebote in besonders starken Bereichen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Initiative „Leistung macht Schule“?
Eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern zur schulischen Begabtenförderung, an der aktuell rund 1.150 Schulen bundesweit beteiligt sind. Sie erforscht und verbreitet Konzepte, mit denen Schulen Talente breiter und gezielter fördern können.
Ab wann gilt ein Kind als besonders begabt?
Es gibt keine einheitliche Grenze. Schulen und die Begabtenforschung berücksichtigen neben Testergebnissen auch Kreativität, Motivation und soziale Fähigkeiten, weshalb die Einschätzung immer mehrere Kriterien einbezieht.
Fördert Talentförderung nur besonders leistungsstarke Schüler?
Nein. LemaS versteht Begabung bewusst breit und bezieht auch künstlerische, sportliche und soziale Stärken ein, nicht nur klassische schulische Leistung.
Gibt es Talentförderung auch nach der Schulzeit?
Ja. In Ausbildung, Studium und Beruf setzen Betriebe, Hochschulen und Förderwerke auf Mentoring, Stipendien und gezielte Weiterbildung, um Talente weiter zu entwickeln.









