Jugend forscht ist der bekannteste deutsche Schüler- und Jugendwettbewerb im Bereich Naturwissenschaften und Technik. Teilnehmende reichen eigene Forschungsprojekte ein und stellen sie zunächst regional, dann landesweit und schließlich bundesweit einer Fachjury vor. Der Wettbewerb verbindet frühe Nachwuchsförderung mit echter wissenschaftlicher Praxis und ergänzt schulische Angebote wie eine Jugendakademie um den Wettbewerbsgedanken.
Geschichte: Von 244 Teilnehmenden zum Massenwettbewerb
Jugend forscht wurde 1965 vom damaligen Stern-Chefredakteur Henri Nannen ins Leben gerufen, als Vorbild dienten die amerikanischen Science Fairs. Zur ersten Runde traten 244 Mädchen und Jungen an; bereits 1971 überschritt die Teilnehmerzahl die Marke von 1.000. Seit 1969 gibt es mit „Schüler experimentieren“ zusätzlich eine Juniorsparte für jüngere Teilnehmende. Der Wettbewerb hat sich seither zu einem der größten MINT-Nachwuchsprogramme in Deutschland entwickelt und wird von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gemeinsam getragen.
Ablauf: Regional-, Landes- und Bundeswettbewerb
Der Weg von der Projektidee zur Preisverleihung führt über drei Stufen. Zunächst stellen die Teilnehmenden ihr Projekt bei einem von zahlreichen Regionalwettbewerben vor. Die Siegerinnen und Sieger qualifizieren sich für den Landeswettbewerb des jeweiligen Bundeslandes, die Landessieger schließlich für den Bundeswettbewerb. Anmeldeschluss ist jährlich der 30. November; Projekte können einzeln oder in Teamarbeit mit bis zu drei Personen eingereicht werden.
Teilnahmebedingungen und Fachgebiete
Bis zum 14. Lebensjahr starten Teilnehmende in der Sparte „Schüler experimentieren“, von 15 bis 21 Jahren in der Sparte „Jugend forscht“. Projekte lassen sich sieben Fachgebieten zuordnen: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik (fachlich verwandt mit dem schulischen Mathematikunterricht), Physik und Technik. Betreuende Lehrkräfte begleiten die Projekte fachlich, die eigentliche Forschungsarbeit leisten die Teilnehmenden selbst.
Bedeutung für MINT-Karrieren
Für viele ehemalige Teilnehmende war Jugend forscht ein Baustein früher Talentförderung und ein Anstoß für eine wissenschaftliche oder technische Laufbahn. Bekanntestes Beispiel ist Andreas von Bechtolsheim, der dreimal am Wettbewerb teilnahm, 1974 den Physikpreis gewann und später Sun Microsystems mitgründete. Der Wettbewerb wird von mehreren hundert Unternehmen und Hochschulen unterstützt, die Sachpreise, Praktikumsplätze und Kontakte in die Forschung vermitteln.
Häufig gestellte Fragen
Wer darf bei Jugend forscht mitmachen?
Schülerinnen und Schüler von der 4. Klasse bis zum 21. Lebensjahr, unabhängig von der besuchten Schulform. Jüngere Teilnehmende starten in der Sparte „Schüler experimentieren“.
Kann man auch im Team teilnehmen?
Ja, Projekte können einzeln oder in Teams von bis zu drei Personen eingereicht werden.
Was gewinnt man bei Jugend forscht?
Neben Geld- und Sachpreisen bringen Teilnahme und Auszeichnungen vor allem Sichtbarkeit bei Hochschulen und Unternehmen sowie wertvolle Praxiserfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten.
Muss das Projekt an eine Schule angebunden sein?
Nein, eine Anbindung an Schule oder Lehrkraft ist möglich, aber nicht zwingend; Projekte können auch privat oder mit externer Betreuung entstehen.









