Das Graduiertenstudium bezeichnet ein weiterführendes Studium nach einem ersten Hochschulabschluss, meist dem Bachelor. Dazu zählen Masterprogramme als vertiefende oder spezialisierende Studiengänge sowie die Promotion als höchster akademischer Grad. Deutsche Hochschulen bieten Graduiertenprogramme in nahezu allen Fachrichtungen an, von den Geisteswissenschaften bis zu den Wirtschaftswissenschaften.
Master- und Promotionsprogramme im Überblick
Ein Masterstudium baut fachlich auf dem Bachelor auf und vertieft oder erweitert das erworbene Wissen; es dauert in der Regel ein bis zwei Jahre in Vollzeit, teils auch als Teilzeitstudium oder mit Fernstudienanteilen. Eine Promotion setzt in Deutschland meist einen Masterabschluss voraus und mündet in eine eigenständige wissenschaftliche Forschungsarbeit, die Dissertation.
Master: konsekutiv, nicht-konsekutiv, weiterbildend
Die KMK unterscheidet drei Grundtypen von Masterstudiengängen: Der konsekutive Master setzt inhaltlich unmittelbar auf einem passenden Bachelorstudiengang auf. Der nicht-konsekutive Master ist inhaltlich eigenständig und offen für Bachelorabsolventen unterschiedlicher Fachrichtungen. Der weiterbildende Master richtet sich an Berufstätige und setzt in der Regel einschlägige Berufserfahrung voraus.
| Masterform | Voraussetzung | Typische Dauer |
|---|---|---|
| Konsekutiver Master | Fachlich passender Bachelor | 1-2 Jahre Vollzeit |
| Nicht-konsekutiver Master | Bachelor beliebiger Fachrichtung, teils Eignungsprüfung | 1-2 Jahre Vollzeit |
| Weiterbildender Master | Bachelor plus einschlägige Berufserfahrung | Meist berufsbegleitend, 2-4 Jahre |
Während des Masterstudiums arbeiten viele Studierende parallel als Werkstudent, um praktische Erfahrung zu sammeln und das Studium zu finanzieren. Internationale Studiengänge, insbesondere im nicht-konsekutiven und weiterbildenden Bereich, enthalten häufig ein Auslandssemester oder werden komplett in englischer Sprache angeboten.
MBA-Programme als berufsbegleitender Master
Der MBA (Master of Business Administration) ist ein weiterbildender Master mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt, häufig mit einer Vertiefung wie Finance, Marketing oder General Management. Ein MBA in Finanzen vermittelt Grundlagen der Betriebswirtschaft sowie vertiefte Kenntnisse in Bereichen wie Investment Banking, Risikomanagement und strategischer Finanzplanung und richtet sich meist an Berufstätige mit ersten Erfahrungen im Finanzsektor. Ähnliche fachliche Vertiefungen finden sich auch im Informatikstudium oder in ingenieurwissenschaftlichen Masterprogrammen.
Der Weg zur Promotion
Die Promotion ist der höchste akademische Grad und wird durch eine eigenständige, wissenschaftlich neue Forschungsarbeit (Dissertation) sowie eine mündliche Prüfung erworben. Sie erfolgt entweder als klassische Individualpromotion bei einer betreuenden Professur oder in einem strukturierten Promotionsprogramm bzw. einer Graduiertenschule mit festem Curriculum, Seminaren und Betreuungsteam. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts dauert eine Promotion in Deutschland im Schnitt vier bis fünf Jahre; die Spanne reicht je nach Fachrichtung von rund vier Jahren in den Naturwissenschaften bis über sieben Jahre in einzelnen sozialwissenschaftlichen Fächern.
Promovierende finanzieren sich häufig über eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter, über ein Stipendium einer Begabtenförderungswerke oder eines Landesgraduiertenprogramms, oder über Drittmittelprojekte. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) empfiehlt, den Promotionsprozess durch klare Betreuungsvereinbarungen und regelmäßige Fortschrittsgespräche transparent zu gestalten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen konsekutivem und nicht-konsekutivem Master?
Der konsekutive Master baut inhaltlich direkt auf einem passenden Bachelorstudiengang auf. Der nicht-konsekutive Master ist inhaltlich eigenständig und offen für Absolventen unterschiedlicher Bachelorfächer, oft mit Eignungsprüfung oder Auswahlverfahren.
Braucht man für eine Promotion zwingend einen Master?
In der Regel ja: Die meisten deutschen Hochschulen setzen einen qualifizierten Masterabschluss voraus. Ausnahmen gibt es bei besonders qualifizierten Bachelorabsolventen, die über ein Eignungsfeststellungsverfahren direkt zugelassen werden können.
Wie lange dauert eine Promotion in Deutschland?
Im Durchschnitt vier bis fünf Jahre, mit deutlichen Unterschieden je nach Fachrichtung: In den Naturwissenschaften ist sie oft kürzer, in einzelnen sozialwissenschaftlichen Fächern deutlich länger.
Wie finanziert man ein Graduiertenstudium?
Master lassen sich häufig über eine Werkstudententätigkeit, BAföG oder Stipendien finanzieren. Für die Promotion kommen zusätzlich Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter, Stipendien der Begabtenförderungswerke und Landesgraduiertenprogramme sowie Drittmittelprojekte infrage.










