Doctor of Veterinary Medicine: Fortgeschrittener Abschluss in Tiermedizin

Doctor of Veterinary Medicine

Der Doctor of Veterinary Medicine (DVM) ist der berufsqualifizierende Abschluss für Tierärztinnen und Tierärzte in den USA und Kanada. Er entspricht in seiner Funktion dem deutschen Staatsexamen mit Approbation, ist also kein Forschungsdoktortitel. Der in Deutschland verliehene Dr. med. vet. ist dagegen ein eigenständiger akademischer Grad, den approbierte Tierärzte erst nach einer zusätzlichen Promotion mit Dissertation erwerben – die beiden Titel sind trotz ähnlichem Namen nicht dasselbe.

Ausbildungsweg in den USA

Der Weg zum DVM setzt in der Regel einen ersten Studienabschluss (Bachelor) voraus, meist mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung und praktischer Erfahrung im Umgang mit Tieren. Das anschließende DVM-Programm dauert etwa vier Jahre und kombiniert theoretische Kernfächer mit klinischer Praxis in Kliniken und Laboren.

Fachbereich Inhalte
Pathologie Anatomische und klinische Pathologie, Grundlage der Diagnose
Pharmakologie Arzneimittelwirkungen, Dosierung, Nebenwirkungen
Toxikologie Giftige Substanzen und ihre Wirkung auf Tiere
Ernährung Bedarfsgerechte Ernährung verschiedener Tierarten
Chirurgie Standard- und Notfalloperationen
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USABachelorca. 4 JahreDVMca. 4 JahreDeutschlandStaatsexamen5,5 Jahre, ApprobationDr. med. vet.optionale Promotion
DVM (USA) und deutsches Staatsexamen erfüllen dieselbe Funktion, der Dr. med. vet. ist ein separater Forschungstitel

Ausbildungsinstitutionen

In Deutschland gilt die 1778 gegründete Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) als älteste noch eigenständig bestehende veterinärmedizinische Bildungseinrichtung des Landes (Quelle: Wikipedia, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover). In der Schweiz folgt die Ausbildung dem Bologna-System mit Bachelor- und Masterstufe, wie im Beitrag zum Bachelor of Veterinary Medicine beschrieben.

Veterinärspezialisten bei der Arbeit

Spezialisierungen

Nach der Grundausbildung stehen zahlreiche Spezialisierungen offen, etwa in Tierkardiologie, Tieronkologie, Chirurgie, Zahnmedizin (vergleichbar strukturiert wie beim humanmedizinischen Doctor of Dental Medicine) oder Notfall- und Intensivmedizin. Sie erfordern in der Regel zusätzliche Weiterbildungskurse und praktische Erfahrung über mehrere Jahre und werden häufig durch Fachgesellschaften zertifiziert.

Erforderliche Kompetenzen

Bereich Anforderungen
Wissenschaftliches Fachwissen Fundiertes Verständnis in Biochemie, Physiologie und Tierethik
Technische Fähigkeiten Sicherer Umgang mit diagnostischen und chirurgischen Werkzeugen
Kommunikative Fähigkeiten Verständliche, einfühlsame Kommunikation mit Tierhaltern
Organisatorische Fähigkeiten Strukturierung von Praxisabläufen und Verwaltung

Berufsfelder

Ende 2023 waren in Deutschland rund 33.845 Tierärztinnen und Tierärzte aktiv tätig, 519 mehr als im Vorjahr; der Frauenanteil lag bei rund 71 Prozent (Quelle: Bundestierärztekammer, Statistik 2023). Die meisten arbeiten in eigener oder angestellter Praxis und behandeln Klein- oder Nutztiere. Weitere Arbeitsfelder liegen in Forschung und Entwicklung an Universitäten, im öffentlichen Veterinärdienst mit Aufgaben rund um Lebensmittelsicherheit sowie in der Tierarzneimittelindustrie. Wer sich für eine wissenschaftliche Laufbahn interessiert, findet über eine medizinnahe Promotion oder den Dr. med. vet. einen Zugang zu Forschung und Lehre.

Stipendien für Tiermedizin

Häufig gestellte Fragen

Ist der DVM dasselbe wie der deutsche Dr. med. vet.?

Nein. Der DVM ist in den USA und Kanada der berufsqualifizierende Abschluss, der zur tierärztlichen Tätigkeit berechtigt – vergleichbar mit dem deutschen Staatsexamen und der Approbation. Der Dr. med. vet. ist in Deutschland ein zusätzlicher, freiwilliger Forschungstitel nach einer Dissertation.

Wie lange dauert die Ausbildung zum DVM?

Nach einem ersten Studienabschluss (meist Bachelor, rund vier Jahre) folgt das eigentliche DVM-Programm mit ebenfalls rund vier Jahren.

Welche Spezialisierungen sind nach dem Abschluss möglich?

Unter anderem Kardiologie, Onkologie, Chirurgie, Zahnmedizin sowie Notfall- und Intensivmedizin, jeweils mit eigener Weiterbildung.

Welche Berufsfelder stehen offen?

Praxis und Klinik, Forschung an Universitäten, der öffentliche Veterinärdienst und die Tierarzneimittelindustrie.

Quellen und weiterführende Links