Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)
Ein Studium kostet Geld – neben Studiengebühren vor allem Miete, Lebenshaltung und Lernmaterial. Nach der 22. Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks geben Studierende in Deutschland im Schnitt rund 842 Euro im Monat aus. Um diese Kosten zu decken, stehen mehrere Wege zur Studienfinanzierung offen, die sich meist gut miteinander kombinieren lassen: staatliche Förderung, Kredite, Stipendien und eigenes Einkommen.
BAföG als Grundlage der Studienfinanzierung
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist die wichtigste staatliche Säule der BAföG-Förderung für Schüler und Studierende. Förderberechtigt sind unter bestimmten Voraussetzungen deutsche Staatsangehörige, EU-Bürger und sogenannte Bildungsinländer; entscheidend sind vor allem Einkommen und Vermögen der Studierenden und ihrer Eltern. Ein besonderer Vorteil: Die Förderung setzt sich zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinslosen Darlehen zusammen, sodass nur die Hälfte der erhaltenen Summe zurückgezahlt werden muss. Damit trägt BAföG maßgeblich zur Chancengleichheit im Hochschulzugang bei, unabhängig von der finanziellen Lage des Elternhauses.
Der Antrag sollte möglichst früh gestellt werden, idealerweise sobald ein Studienplatz feststeht, damit die Förderung pünktlich zum Semesterstart ausgezahlt wird. Beratung bieten die BAföG-Ämter der Studierendenwerke sowie die Hochschulen selbst.
Studienkredite und Bildungsfonds
Wer für BAföG nicht infrage kommt oder zusätzlichen Bedarf hat, kann auf Studienkredite oder Bildungsfonds zurückgreifen. Der bekannteste Anbieter, der KfW-Studienkredit, zahlt monatlich zwischen 100 und 650 Euro aus; die Rückzahlung beginnt in der Regel erst nach dem Studium. Bildungsfonds funktionieren anders: Hier hängt die spätere Rückzahlung vom tatsächlichen Einkommen nach dem Abschluss ab, was bei einem geringeren Einstiegsgehalt Vorteile bringen kann.
| Finanzierungsart | Vorteile | Zu beachten |
|---|---|---|
| Studienkredit | Flexible monatliche Auszahlung, keine Sicherheiten nötig | Zinsen und Rückzahlungsbedingungen genau prüfen |
| Bildungsfonds | Rückzahlung abhängig vom späteren Einkommen | Vertragsbedingungen unterscheiden sich stark je Anbieter |

Stipendien – Förderung ohne Rückzahlungspflicht
Stipendien decken Studienkosten, ohne dass später etwas zurückgezahlt werden muss. Das Deutschlandstipendium richtet sich nicht nur an Studierende mit Bestnoten, sondern auch an solche mit gesellschaftlichem Engagement oder besonderen persönlichen Umständen; es beträgt bundesweit einheitlich 300 Euro monatlich, je zur Hälfte finanziert vom Bund und von privaten Förderern. Berufstätige, die sich weiterqualifizieren möchten, können außerdem das Aufstiegsstipendium oder das Weiterbildungsstipendium beantragen, die Kosten für ein Studium neben dem Beruf abfedern. Die zahlreichen Stipendien von Stiftungen und Begabtenförderungswerken bieten häufig zusätzlich ideelle Förderung wie Mentoring, Netzwerktreffen oder Workshops – ein Grund, sich auch bei durchschnittlichem Notenschnitt zu bewerben, wenn Engagement oder besondere Umstände vorliegen.
Erwerbstätigkeit während des Studiums
Viele Studierende finanzieren einen Teil ihres Lebensunterhalts selbst. Während der Vorlesungszeit dürfen sie bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, ohne dass der Studierendenstatus in der Sozialversicherung gefährdet ist – wer mehr arbeitet, gilt sozialversicherungsrechtlich unter Umständen als Arbeitnehmer statt als Studierender. Minijobs bis zur aktuellen Verdienstgrenze bleiben dabei steuer- und meist auch sozialversicherungsfrei. Wer regelmäßig und in größerem Umfang arbeitet, entscheidet sich häufig für eine Anstellung als Werkstudent, die fachnahe Berufserfahrung mit einem verlässlichen Einkommen verbindet. Eine strukturierte Alternative bietet das duale Studium, bei dem Theoriephasen an der Hochschule mit bezahlten Praxisphasen im Unternehmen wechseln.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich BAföG und einen Nebenjob gleichzeitig nutzen?
Ja. Bis zu einem bestimmten Hinzuverdienst wird Einkommen aus einem Nebenjob nicht auf das BAföG angerechnet. Wer die Grenze überschreitet, muss mit einer Kürzung der Förderung rechnen, weshalb sich eine vorherige Beratung beim BAföG-Amt lohnt.
Was ist der Unterschied zwischen Studienkredit und Bildungsfonds?
Ein Studienkredit wird zu festen Konditionen ausgezahlt und nach dem Studium unabhängig vom späteren Einkommen zurückgezahlt. Bei einem Bildungsfonds richtet sich die Rückzahlung nach dem tatsächlichen Einkommen nach dem Abschluss.
Wer kann sich für ein Stipendium bewerben?
Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Programm. Neben guten Noten zählen bei vielen Stipendien auch gesellschaftliches Engagement, besondere persönliche Umstände oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Fachrichtung – eine Bewerbung lohnt sich daher auch ohne Spitzennoten.
Wie finde ich heraus, welche Finanzierung zu mir passt?
Da sich BAföG, Kredite, Stipendien und Erwerbstätigkeit kombinieren lassen, lohnt sich zunächst eine ehrliche Übersicht über Kosten und vorhandene Mittel. Eine Studienberatung oder das örtliche Studierendenwerk helfen dabei, die passende Kombination für die eigene Situation zu finden.









