Der Bachelor of Nursing ist ein grundständiger Studiengang, der die praktische Ausbildung zur Pflegefachkraft mit einer akademischen Hochschulausbildung verbindet. In Deutschland handelt es sich meist um ein primärqualifizierendes duales Studium: Studierende schließen es mit einem Bachelor of Science und gleichzeitig mit der Berufszulassung als Pflegefachkraft ab. Der Studiengang wird unter anderem an der Evangelischen Hochschule Berlin, der Charité, der Universität Tübingen und weiteren Hochschulen angeboten.
Akademische Pflegeausbildung in Deutschland
Grundlage ist das Pflegeberufegesetz, das seit dem 1. Januar 2020 neben der klassischen beruflichen Ausbildung auch ein hochschulisches Pflegestudium ermöglicht. Wer ein primärqualifizierendes Studium absolviert, schließt parallel einen Ausbildungsvertrag nach diesem Gesetz ab und erwirbt am Ende sowohl den akademischen Grad als auch die staatliche Berufszulassung. Da das duale Modell anfangs wenig attraktiv gegenüber der vergüteten Berufsausbildung war, wurden die Rahmenbedingungen mit dem zum 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Pflegestudiumstärkungsgesetz verbessert.
Zulassungsvoraussetzungen
Voraussetzung ist in der Regel die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife sowie ein Ausbildungsvertrag als Pflegefachkraft nach dem Pflegeberufegesetz. Die Bewerbung erfolgt meist direkt bei der Hochschule und den kooperierenden Praxiseinrichtungen; Fristen und Verfahren unterscheiden sich zwischen den Standorten. Wer bereits als examinierte Pflegefachkraft arbeitet, kann an manchen Hochschulen ein verkürztes Studium absolvieren, da einschlägige Vorkenntnisse angerechnet werden.
Studieninhalte
Das Studium verbindet pflegewissenschaftliche Theorie mit klinischer Praxis. Zu den zentralen Inhalten zählen Grundlagen der Pflegewissenschaft, Forschungsmethodik, Gesundheitsförderung und Prävention sowie Beratung und Ethik in der Pflege. Praxisorientierte Module vertiefen klinische Pflege und evidenzbasiertes Arbeiten, oft mit Spezialisierungen in Bereichen wie Psychiatrie, Onkologie, Intensivpflege oder Geriatrie. Ein Modul zu Management in der Pflege bereitet auf Führungs- und Verwaltungsaufgaben im Gesundheitswesen vor. Viele Programme bieten zudem die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts als Teil der praktischen Ausbildung an.
Praxisphasen und Vergütung
Integrierte Praktika in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten sind fester Bestandteil des Studiums und über mehrere Semester verteilt. Kooperationspartner aus Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen stellen die Praxisplätze und begleiten den Theorie-Praxis-Transfer. Da das primärqualifizierende Studium an einen Ausbildungsvertrag nach dem Pflegeberufegesetz gekoppelt ist, erhalten Studierende in der Regel eine Ausbildungsvergütung, deren genaue Höhe von Träger und Tarif abhängt und im Studienverlauf üblicherweise ansteigt.
Spezialisierungen
Über die pflegerische Grundausbildung hinaus bieten viele Studiengänge Schwerpunkte an. Die Pflegepädagogik bereitet auf Bildungs- und Ausbildungsaufgaben vor, etwa an Pflegeschulen; angesichts des demografischen Wandels gewinnen Geriatrie und Intensivpflege zunehmend an Bedeutung. Wer sich für die Anleitung und Ausbildung von Pflegepersonal interessiert, bewegt sich fachlich nah an einem Bachelor of Education; wer sich auf Leitungsaufgaben im Gesundheitswesen vorbereiten möchte, profitiert zusätzlich von betriebswirtschaftlichem Wissen, wie es ein Bachelor of Business Administration vermittelt.
Perspektiven nach dem Abschluss
Absolventinnen und Absolventen arbeiten in der klinischen Pflege, in der öffentlichen Gesundheitspflege, in spezialisierten Bereichen wie Geriatrie oder Pädiatrie sowie zunehmend in Leitungsaufgaben im Gesundheitswesen. Wer sich wissenschaftlich und klinisch weiter vertiefen möchte, kann im Anschluss einen Master of Nursing absolvieren, der auf Führungs-, Forschungs- oder hochspezialisierte klinische Aufgaben vorbereitet. Fachlich verwandt ist die Soziale Arbeit, etwa wenn es um die Betreuung vulnerabler Gruppen geht; hier findet sich thematische Nähe zu einem Bachelor of Social Work. Formal wird der Abschluss meist als Bachelor of Science vergeben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zum klassischen Ausbildungsweg zur Pflegefachkraft?
Der Bachelor of Nursing verbindet die praktische Ausbildung zur Pflegefachkraft mit einem akademischen Studium. Absolventinnen und Absolventen erhalten sowohl die Berufszulassung als auch einen Hochschulabschluss.
Wird man während des Studiums vergütet?
Ja, da das primärqualifizierende Studium an einen Ausbildungsvertrag nach dem Pflegeberufegesetz gekoppelt ist, erhalten Studierende in der Regel eine Ausbildungsvergütung. Die genaue Höhe hängt vom Träger ab.
Welche Voraussetzungen gelten für die Zulassung?
Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife sowie ein Ausbildungsvertrag als Pflegefachkraft nach dem Pflegeberufegesetz.
Kann man das Studium verkürzen, wenn man schon examinierte Pflegefachkraft ist?
An manchen Hochschulen ja, da einschlägige Vorkenntnisse angerechnet werden können.
Welche Weiterbildungswege stehen nach dem Bachelor offen?
Ein Master of Nursing, etwa mit Schwerpunkt Pflegemanagement oder Pflegepädagogik, sowie eine Promotion in Pflegewissenschaft für Forschung und Lehre.











