Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)
Erasmus, seit 2014 offiziell Erasmus+, ist das Förderprogramm der Europäischen Union für grenzüberschreitende Mobilität in Bildung, Ausbildung, Jugendarbeit und Sport. Am bekanntesten ist die Förderung von Auslandssemestern für Studierende, das Programm richtet sich inzwischen aber auch an Auszubildende, Schulen, Lehrkräfte und Jugendorganisationen.
Entstehung und Ziele
Das Programm startete 1987 zunächst als reines Hochschulaustauschprogramm und wurde 2014 zu Erasmus+ erweitert, das seither Hochschulbildung, Berufsbildung, Schulbildung und Jugendarbeit in einem gemeinsamen Rahmen bündelt. Für die Förderperiode 2021 bis 2027 stehen laut Europäischer Kommission 26,2 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung, ergänzt um weitere Mittel aus externen Finanzierungsinstrumenten – zusammen rund 28 Milliarden Euro. Mit diesen Mitteln soll rund zehn Millionen Menschen ein Auslandsaufenthalt ermöglicht werden. Am Programm beteiligen sich neben den 27 EU-Mitgliedstaaten auch Island, Liechtenstein, Norwegen, Nordmazedonien, Serbien und die Türkei – insgesamt 33 Programmländer.
Wer teilnehmen kann
Zur klassischen Zielgruppe zählen Studierende an teilnehmenden Hochschulen, die über die Erasmus-Charta für die Hochschulbildung verfügen. Erasmus+ fördert daneben Praktika im Ausland, die Mobilität von Auszubildenden und Berufsschülern sowie Fortbildungen für Lehrkräfte. Über gesonderte Programmlinien profitieren auch Schulen vom Schüleraustausch und Jugendorganisationen von Jugendbegegnungen im Rahmen des Programms.

Ablauf eines Erasmus-Aufenthalts
Die Bewerbung läuft über das International Office der Heimathochschule, die eigene Auswahlkriterien hinsichtlich Noten, Sprachkenntnissen und Motivation festlegt. Vor der Abreise unterzeichnen Studierende gemeinsam mit Heimat- und Gasthochschule ein Learning Agreement, das die im Ausland zu belegenden Kurse und die angestrebten Lernergebnisse festhält.
Die Aufenthaltsdauer liegt je nach Studiengang zwischen zwei und zwölf Monaten. Im Ausland erbrachte Leistungen werden über das European Credit Transfer System als Credit Points erfasst; das Learning Agreement sichert deren Anerkennung durch die Heimathochschule.
Finanzielle Förderung
Erasmus+ erhebt keine zusätzlichen Studiengebühren am Gastort und zahlt Teilnehmenden ein monatliches Stipendium, dessen Höhe sich nach den Lebenshaltungskosten im Zielland richtet und in Ländergruppen gestaffelt ist. Für Praktika im Ausland gibt es zusätzliche Fördersätze; Studierende mit geringerem Einkommen oder besonderen Bedürfnissen können ergänzende Zuschüsse beantragen. Die genauen Sätze legt die Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit jährlich fest und veröffentlicht sie über die teilnehmenden Hochschulen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Erasmus und Erasmus+?
Erasmus war ursprünglich auf den Hochschulaustausch beschränkt. Seit der Erweiterung 2014 zu Erasmus+ bündelt das Programm zusätzlich Berufsbildung, Schulbildung, Erwachsenenbildung, Sport und Jugendarbeit.
Wie lange kann man mit Erasmus+ im Ausland studieren?
Ein Aufenthalt dauert in der Regel zwischen zwei und zwölf Monaten pro Studienphase; über das gesamte Studium hinweg lässt sich die Förderung auch auf mehrere kürzere Aufenthalte verteilen.
Muss man für Erasmus+ Studiengebühren zahlen?
Nein, an der Gasthochschule fallen keine zusätzlichen Studiengebühren an. Lebenshaltungskosten und Reisekosten trägt teilweise das Erasmus-Stipendium.
Wie werden im Ausland erbrachte Leistungen anerkannt?
Über das im Voraus unterzeichnete Learning Agreement und das European Credit Transfer System, das die erbrachten Leistungen in Credit Points umrechnet und deren Übertragung an die Heimathochschule regelt.









