Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)
Internationalisierung im Bildungsbereich bezeichnet den Ausbau grenzüberschreitender Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Institutionen – von Austauschprogrammen für Studierende und Auszubildende bis zu gemeinsamen Studiengängen und Kooperationsprojekten. In Deutschland treiben vor allem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die internationale Ausrichtung der Berufsbildung voran, während Hochschulen über Programme wie Erasmus Mobilität und Kooperation fördern.
Warum Internationalisierung für das Bildungswesen wichtig ist
Die Globalisierung macht grenzüberschreitende Bildungsangebote zu einem wachsenden Wirtschafts- und Innovationsfaktor. Internationale Kooperationen bringen nicht nur kulturellen Austausch, sondern auch neue Methoden und Impulse in das lokale Bildungssystem. Für die Wirtschaft sind gut qualifizierte Fachkräfte mit internationaler Erfahrung gefragt: Deutsche Bildungsanbieter können diesen Bedarf mitdecken und erschließen dadurch zugleich neue Märkte für die eigene Berufsausbildung.
Strategien der Bundesregierung zur internationalen Berufsbildung
Das BMBF hat mehrere Förderinitiativen aufgelegt, die die Internationalisierung der Berufsbildung stärken und deutsche Qualitätsstandards im Ausland bekannter machen sollen. Im Mittelpunkt steht die duale Berufsausbildung, die Theorie und Praxis eng verzahnt. Koordiniert werden diese Aktivitäten über GOVET, die Kontaktstelle des BIBB in Bonn, die Bildungseinrichtungen, Industrie und Sozialpartner zusammenbringt.
| Instrument | Zweck | Reichweite |
|---|---|---|
| Skills Experts Program | Unterstützung von Unternehmen in der dualen Berufsausbildung | International |
| KMU-Markterschließungsprogramm | Unterstützung deutscher Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte | Global |
| Runde Tische zur Fachkräftesicherung | Koordination der internationalen Berufsbildungskooperation | National und international |

Projekte zur Internationalisierung der Berufsbildung
Seit 2017 fördert das BMBF über GOVET mehr als 25 Projekte, die Ausbildungscluster unterstützen – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen – und zur Weiterbildung von Fachkräften beitragen. Ein Beispiel ist das Projekt „Bridges for Vocational Training“, eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei zur Stärkung der dualen Berufsausbildung und der Beziehungen zwischen deutschen und türkischen Wirtschaftskammern. Projekte wie ECMO und CHEMLAB II setzen europäische Qualitätsstandards um und erleichtern die Anerkennung im Ausland erworbener Kompetenzen, etwa in der Chemieindustrie; davon profitieren unter anderem Griechenland, Polen und die Türkei.
Hochschulen, Forschung und das MasterVET-Programm
Deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbinden Theorie mit Praxis und tragen so zur Weiterentwicklung von Bildungsprogrammen bei. Ein Beispiel ist das Master-Studienprogramm MasterVET, das sich an internationales Berufsbildungspersonal richtet und Bildungsreformen im Ausland durch qualifiziertes Personal unterstützen soll. Internationale Kooperationen zwischen Hochschulen tragen wesentlich zur Hochschulpolitik und zur Weiterentwicklung des deutschen Hochschulsystems bei.
Erasmus und die Mobilität in der Hochschulbildung
Das Erasmus-Programm fördert seit 1987 die Mobilität von Studierenden und Lehrkräften in Europa; mit der Umstellung auf das SOKRATES-Programm 1996/97 erhielten Hochschulen mehr Eigenverantwortung für ihre Austauschprogramme. Für den aktuellen Förderzeitraum 2021 bis 2027 stehen dem EU-Programm Erasmus+ rund 26,2 Milliarden Euro zur Verfügung – deutlich mehr als die 14,7 Milliarden Euro der Vorgängerperiode 2014 bis 2020. Im Wintersemester 2022/23 studierten laut DAAD und DZHW rund 367.600 internationale Studierende an deutschen Hochschulen, ein Anstieg von etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wer selbst Auslandserfahrung sammeln möchte, kann etwa ein Auslandssemester über Erasmus+ absolvieren; für Schülerinnen und Schüler bietet sich vergleichbar ein Schüleraustausch an, für Jugendliche außerhalb des Schulkontexts Programme wie Youth Exchange. Auch international Forschende sind an deutschen Hochschulen zunehmend präsent, wie die jährlichen Berichte „Wissenschaft weltoffen“ von DAAD und DZHW zeigen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Internationalisierung im Bildungsbereich konkret?
Sie umfasst alle Formen grenzüberschreitender Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen – von Austauschprogrammen über gemeinsame Studiengänge bis zu Kooperationsprojekten zwischen Hochschulen, Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen verschiedener Länder.
Welche Rolle spielt Erasmus+ dabei?
Erasmus+ ist das zentrale EU-Förderprogramm für Mobilität und Kooperation in der Bildung. Mit einem Budget von rund 26,2 Milliarden Euro für 2021 bis 2027 finanziert es Auslandsaufenthalte von Studierenden, Auszubildenden und Lehrkräften sowie gemeinsame Projekte von Bildungseinrichtungen.
Wer koordiniert die Internationalisierung der Berufsbildung in Deutschland?
Federführend sind das BMBF als fördernde Institution und das BIBB, dessen Kontaktstelle GOVET die internationalen Aktivitäten von Bildungseinrichtungen, Industrie und Sozialpartnern bündelt.
Profitieren nur Hochschulen von der Internationalisierung?
Nein. Auch die Berufsbildung ist stark international ausgerichtet: Programme wie das Skills Experts Program oder Projekte wie „Bridges for Vocational Training“ richten sich gezielt an Auszubildende, Betriebe und Berufsbildungseinrichtungen.









