Wirtschaftswissenschaften: Studium von ökonomischen Systemen und Prozessen

Wirtschaftswissenschaften

Die Wirtschaftswissenschaften untersuchen, wie Menschen, Unternehmen und Staaten mit knappen Ressourcen umgehen. Das Studium gliedert sich klassisch in Betriebswirtschaftslehre (BWL) mit Fokus auf einzelne Unternehmen und Volkswirtschaftslehre (VWL) mit Blick auf gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge. Beide Teildisziplinen zählen zu den Sozialwissenschaften und werden im Studium meist kombiniert vermittelt.

BWL und VWL: Abgrenzung der Teildisziplinen

Die BWL beschäftigt sich mit unternehmensbezogenen Fragen wie Finanzmanagement, Marketing oder Unternehmensstrategie – das Ziel ist, betriebliche Abläufe effizienter zu gestalten. Die VWL betrachtet dagegen die Wirtschaft als Ganzes: Wachstum, Inflation, Arbeitsmärkte und Wirtschaftspolitik. Mit rund 230.000 Studierenden im Wintersemester 2024/25 ist BWL das meistgewählte Studienfach in Deutschland überhaupt (Quelle: IW Köln).

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Die moderne Wirtschaftswissenschaft geht auf Adam Smith und seine Arbeiten zur Marktwirtschaft im 18. Jahrhundert zurück und hat sich seither in zahlreiche Teilgebiete ausdifferenziert – von Wirtschaftsethik bis Ökonometrie. Mehr zu den einzelnen Abschlüssen findet sich im Beitrag zum Bachelor of Economics und zum darauf aufbauenden Master of Economics.

Aufbau des Studiums

Studiendauer In der Regel 6 bis 7 Semester im Bachelor, Vollzeit
Abschluss Bachelor of Arts (B.A.) oder Bachelor of Science (B.Sc.), je nach Hochschule
Zulassung Hochschulreife; einzelne Hochschulen verlangen zusätzlich Englischnachweise oder erste Praxiserfahrung
Mögliche Spezialisierungen Finanzmanagement, Marketing, Personalwesen, Wirtschaftsinformatik, Energieökonomie, internationale Wirtschaft

Ein Duales Studium mit festen Praxisphasen im Unternehmen ist eine verbreitete Alternative zum klassischen Vollzeitstudium und verbindet Theorie von Beginn an mit betrieblicher Praxis.

VWL-Kernthemen: Mikro- und Makroökonomie

Die Volkswirtschaftslehre gliedert sich in Mikroökonomie, die das Verhalten einzelner Personen und Unternehmen untersucht, und Makroökonomie, die gesamtwirtschaftliche Größen wie Inflation und Wirtschaftswachstum analysiert. Ein zentrales vereinfachendes Modell ist der Homo oeconomicus, der rationale, nutzenmaximierende Entscheidungen unterstellt. Im weiteren Studienverlauf kommen internationale Wirtschaftsbeziehungen und ökonometrische Methoden hinzu, mit denen sich etwa der Zusammenhang zwischen Lohnentwicklung und Inflation quantitativ untersuchen lässt. Wer sich auf die technische Seite wirtschaftlicher Prozesse spezialisieren möchte, kombiniert die Wirtschaftswissenschaften häufig mit einem Informatikstudium zur Wirtschaftsinformatik.

VWL Studium und Wirtschaftspolitik

Praxisbezug: Exkursionen, Praxissemester und Auslandsaufenthalte

Viele Hochschulen ergänzen die Wirtschaftswissenschaften um Unternehmenskooperationen, Exkursionen und ein Praxissemester, in dem Studierende mehrere Monate in einem Unternehmen mitarbeiten. Fallstudien und Projektarbeiten trainieren zusätzlich, wirtschaftstheoretisches Wissen auf konkrete Probleme anzuwenden. Ein Auslandssemester ist im Wirtschaftsstudium besonders verbreitet, da internationale Erfahrung in vielen Berufsfeldern der Branche gefragt ist.

Karrierechancen nach dem Abschluss

Absolventinnen und Absolventen der Wirtschaftswissenschaften arbeiten unter anderem in Finanzdienstleistungen, Unternehmensberatung, Marketing und Vertrieb, im Personalwesen oder im Produktionsmanagement. Spezialisierungen, etwa im Bereich Finanzen und Kapitalmärkte wie bei der Bedeutung von Börsen, erweitern die beruflichen Möglichkeiten zusätzlich. Praktika und ein früh aufgebautes berufliches Netzwerk, etwa über Alumni-Verbände und Karrieremessen der Hochschule, erleichtern erfahrungsgemäß den Berufseinstieg.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen BWL und Wirtschaftswissenschaften?

BWL ist eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften und konzentriert sich auf einzelne Unternehmen. Der Studiengang „Wirtschaftswissenschaften“ kombiniert BWL meist mit Grundlagen der Volkswirtschaftslehre zu einer breiteren wirtschaftswissenschaftlichen Ausbildung.

Wie lange dauert das Studium der Wirtschaftswissenschaften?

Der Bachelor dauert in der Regel 6 bis 7 Semester in Vollzeit, ein anschließender Master meist weitere 2 bis 4 Semester.

Welche Berufe stehen nach dem Studium offen?

Typische Berufsfelder sind Unternehmensberatung, Finanzdienstleistungen, Marketing, Personalwesen und Controlling, ebenso Positionen im öffentlichen Dienst und in internationalen Organisationen.

Ist ein Auslandssemester im Studium der Wirtschaftswissenschaften üblich?

Ja, viele Studiengänge sehen ein Auslandssemester vor oder empfehlen es ausdrücklich, da internationale Erfahrung in wirtschaftsnahen Berufen häufig gefragt ist.

Quellen und weiterführende Links