Bachelor of Pharmacy: Erststudienabschluss in Pharmazie

Bachelor of Pharmacy

Der Bachelor of Pharmacy (BPharm) ist in vielen Ländern der grundständige Abschluss, der zur Ausübung des Apothekerberufs qualifiziert. In Deutschland gibt es diesen Titel für den Weg zum Apotheker nicht: Die Approbation als Apotheker oder Apothekerin wird über ein Staatsexamen erworben, nicht über einen Bachelor. Daneben existieren in Deutschland eigenständige Bachelor-Studiengänge mit pharmazeutischem Bezug, etwa Pharmatechnik oder Pharmazeutische Chemie, die allerdings nicht zur Approbation führen, sondern auf Tätigkeiten in Industrie und Forschung vorbereiten.

BPharm im internationalen Vergleich

Land/Region Übliche Bezeichnung Deutsche Entsprechung
Vereinigtes Königreich, viele Commonwealth-Staaten, Schweiz (teilweise) Bachelor of Pharmacy (BPharm) kein direktes Äquivalent
Deutschland kein eigener Bachelor-Zwischenabschluss für die Apotheker-Approbation Staatsexamen, Approbation als Apotheker/-in
Deutschland (industrienah) Bachelor of Science, z. B. Pharmatechnik, Pharmazeutische Chemie keine Approbation, Einstieg in Industrie/Forschung

Zulassung zum Pharmaziestudium

Für das Staatsexamensstudium ist die Zulassung in Deutschland an einen Numerus Clausus gekoppelt, der je nach Bundesland und Hochschule schwankt. Gute Kenntnisse in Chemie und Biologie erleichtern den Einstieg, auch wenn sie formal meist nicht Zulassungsvoraussetzung sind. Das Bewerbungsverfahren berücksichtigt an manchen Hochschulen neben der Abiturnote zusätzliche Kriterien; die Zahl der Studienplätze ist an jedem Standort begrenzt. Wer bereits Studienleistungen in einem verwandten Fach mitbringt, kann unter Umständen in ein höheres Fachsemester einsteigen, wenn die Hochschule die Leistungen anerkennt.

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Aufbau des Pharmaziestudiums in Deutschland

Die Regelstudienzeit des Staatsexamensstudiums beträgt acht Semester und gliedert sich in ein Grundstudium und ein Hauptstudium von je vier Semestern. Das Grundstudium vermittelt naturwissenschaftliche Grundlagen wie allgemeine, anorganische und organische Chemie, Biologie, Physik und Mathematik und endet mit dem ersten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung. Das Hauptstudium vertieft pharmazeutische und medizinische Chemie, pharmazeutische Biologie, Pharmakologie und Toxikologie sowie klinische Pharmazie und schließt mit dem zweiten Prüfungsabschnitt ab. Danach folgt eine einjährige praktische Ausbildung, von der mindestens sechs Monate in einer Apotheke absolviert werden. Den Abschluss bildet der dritte, mündliche Prüfungsabschnitt; danach kann die Approbation als Apotheker beantragt werden.

Grundstudium – 4 Semester Hauptstudium – 4 Semester Praktisches Jahr 3. Staatsexamen und Approbation
Ausbildungsweg zum Apotheker in Deutschland: acht Semester Studium, praktisches Jahr, drei Prüfungsabschnitte, dann Approbation.

Studienangebote Pharmazie Deutschland

Bachelor-Studiengänge mit pharmazeutischem Bezug

Neben dem Staatsexamensstudium bieten einige deutsche Hochschulen eigenständige Bachelor-Studiengänge an, etwa Pharmatechnik oder Pharmazeutische Chemie. Diese Programme richten sich an Interessierte, die eher in der pharmazeutischen Industrie, in der Produktion oder in der Forschung arbeiten möchten, als in der öffentlichen Apotheke. Sie führen nicht zur Approbation als Apotheker, vermitteln aber vertieftes Fachwissen in Chemie, Verfahrenstechnik und Qualitätssicherung, das in der Arzneimittelherstellung gefragt ist. International, etwa in der Schweiz, existieren zudem grundständige Bachelor-Studiengänge in Pharmazeutischen Wissenschaften, die als Vorstufe zu einem konsekutiven Master dienen.

Pharmazie Industrie und Forschung

Berufsfelder

Wer die Approbation als Apotheker erworben hat, arbeitet klassischerweise in der öffentlichen Apotheke, berät Patientinnen und Patienten und ist für die korrekte Abgabe von Arzneimitteln verantwortlich. Weitere Berufsfelder liegen in der pharmazeutischen Industrie, etwa in Forschung und Entwicklung, Arzneimittelherstellung, Qualitätsmanagement oder der regulatorischen Zulassung neuer Präparate, sowie in Krankenhausapotheken und der akademischen Forschung. Wer sich auf regulatorische und zulassungsrechtliche Fragen spezialisiert, berührt Themen, die auch in einem Bachelor of Laws vertieft werden; wer stattdessen in Produktion oder Verfahrenstechnik der Arzneimittelherstellung arbeitet, bewegt sich fachlich nahe an einem Bachelor of Engineering. Für Positionen im Pharmamarketing oder -management ist zusätzliches betriebswirtschaftliches Wissen hilfreich, wie es ein Bachelor of Business Administration vermittelt. Die eigenständigen deutschen Bachelor-Studiengänge mit Pharmabezug werden in der Regel als Bachelor of Science verliehen.

Häufig gestellte Fragen

Kann man mit einem Bachelor of Pharmacy in Deutschland als Apotheker arbeiten?

Ein im Ausland erworbener BPharm allein reicht nicht aus. Wer in Deutschland approbiert werden möchte, benötigt eine Anerkennung der Gleichwertigkeit und in der Regel zusätzliche Prüfungen nach deutschem Recht.

Wie lange dauert das Pharmaziestudium in Deutschland?

Die Regelstudienzeit des Staatsexamensstudiums beträgt acht Semester, zuzüglich eines einjährigen praktischen Jahres nach dem zweiten Staatsexamen.

Führen die deutschen Bachelor-Studiengänge in Pharmazie zur Approbation?

Nein. Programme wie Pharmatechnik oder Pharmazeutische Chemie qualifizieren für Industrie und Forschung, nicht für die Tätigkeit als approbierter Apotheker in der öffentlichen Apotheke.

Was passiert im praktischen Jahr?

Es umfasst zwölf Monate praktische Ausbildung, davon mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke. Danach folgt der dritte, mündliche Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung.

Welche Berufsfelder stehen nach dem Studium offen?

Öffentliche Apotheke, Krankenhausapotheke, pharmazeutische Industrie mit Forschung, Produktion und Zulassung sowie akademische Forschung zählen zu den typischen Feldern.

Quellen und weiterführende Links