Bachelor of Dental Surgery: Erststudienabschluss in Zahnmedizin

Bachelor of Dental Surgery
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Der Bachelor of Dental Surgery (BDS) ist im Vereinigten Königreich und in vielen Commonwealth-Ländern die übliche Bezeichnung für den grundständigen Abschluss, der zur Ausübung des Zahnarztberufs berechtigt. In Deutschland gibt es diesen Bachelor-Titel in der Zahnmedizin nicht: Der Weg zum Zahnarzt führt über ein Staatsexamen und endet mit der Approbation, eine Promotion zum Dr. med. dent. ist zusätzlich möglich, aber nicht verpflichtend.

BDS im internationalen Vergleich: Wie heißt der Abschluss wo?

Die Bezeichnung für den zahnärztlichen Erstabschluss unterscheidet sich von Land zu Land deutlich, auch wenn die Ausbildungsinhalte ähnlich sind.

Land/Region Übliche Bezeichnung Deutsche Entsprechung
Vereinigtes Königreich, viele Commonwealth-Staaten Bachelor of Dental Surgery (BDS) kein direktes Äquivalent
USA, Kanada Doctor of Dental Surgery (DDS) oder Doctor of Dental Medicine (DMD) kein direktes Äquivalent
Deutschland kein eigener Bachelor-Zwischenabschluss Staatsexamen, Approbation, optional Dr. med. dent.

DDS und DMD bezeichnen in den USA dieselbe Qualifikation; welchen Titel eine Hochschule vergibt, ist historisch bedingt und sagt nichts über den Ausbildungsinhalt aus. Wer mit einem im Ausland erworbenen BDS in Deutschland praktizieren will, benötigt eine Anerkennung der Gleichwertigkeit und in der Regel die deutsche Approbation.

Zulassung: Numerus Clausus und Auswahlverfahren

Der Zugang zum Zahnmedizinstudium in Deutschland ist stark begrenzt, weil die Zahl der Studienplätze deutlich unter der Nachfrage liegt. Der Numerus Clausus gehört traditionell zu den höchsten unter allen Studiengängen und schwankt je nach Hochschule und Semester. Neben der Abiturnote fließen an vielen Standorten zusätzliche Kriterien ein, etwa der Studieneignungstest TMS oder hochschuleigene Auswahlgespräche.

Seit der Neuregelung der Zulassung zum Wintersemester 2020 hat reine Wartezeit an Bedeutung verloren; Bewerber können sich nicht mehr allein durch Warten einen Studienplatz sichern. Wer sich für Zahnmedizin interessiert, sollte sich frühzeitig bei den einzelnen Hochschulen über die aktuellen Auswahlkriterien informieren, da sich diese von Jahr zu Jahr ändern können.

Ablauf des Studiums: von der Vorklinik zur Approbation

Die Regelstudienzeit der Zahnmedizin liegt bei fünfeinhalb Jahren. Grundlage ist seit dem Wintersemester 2021/22 die neue Approbationsordnung für Zahnärztinnen und Zahnärzte (ZApprO), die 2019 beschlossen wurde und die klinische Ausbildung stärker mit der patientennahen Praxis verzahnt als die vorherige Fassung.

Zulassung (Numerus Clausus) Vorklinik – 4 Semester Klinik – 6 Semester Staatsexamen und Approbation
Ausbildungsweg zum Zahnarzt in Deutschland: von der Zulassung bis zur Approbation. Eine Promotion zum Dr. med. dent. ist danach optional möglich.

Die ersten vier Semester (Vorklinik) vermitteln naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen und enden mit dem Physikum. In den folgenden sechs Semestern (Klinik) behandeln Studierende unter Aufsicht zunehmend eigenständig Patienten und vertiefen ihr fachliches Wissen in Bereichen wie Zahnerhaltung, Parodontologie und Kieferorthopädie. Den Abschluss bildet das Staatsexamen; danach erfolgt die Approbation als Zahnarzt oder Zahnärztin.

Wer sich zusätzlich auf Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie spezialisieren möchte, studiert nach dem zahnmedizinischen Staatsexamen zusätzlich Humanmedizin. Diese Doppelqualifikation befähigt zur Behandlung komplexer Fälle an der Schnittstelle zwischen Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie allgemeiner Chirurgie.

Kosten des Studiums

Neben möglichen Studiengebühren an privaten Hochschulen entstehen im Zahnmedizinstudium zusätzliche Kosten, die in anderen Studiengängen kaum eine Rolle spielen: Studierende müssen eigene Instrumente und Übungsmaterialien anschaffen, etwa für Phantomkurse und zahntechnische Übungen. Diese Materialkosten unterscheiden sich stark zwischen den Hochschulen und können über die gesamte Studienzeit einen erheblichen vierstelligen Betrag erreichen. Wer ein Studium in Erwägung zieht, sollte sich vorab bei der jeweiligen Hochschule nach der konkreten Kostenstruktur erkundigen und Fördermöglichkeiten wie Stipendien oder Bildungskredite prüfen.

Praktische Ausbildung

Praktisches Arbeiten ist von Beginn an Teil des Studiums. In Phantomkursen üben Studierende zahntechnische Fertigkeiten zunächst an Modellen, etwa den Umgang mit CAD/CAM-Verfahren für Keramikrestaurationen. Im klinischen Studienabschnitt kommen die direkte Patientenbehandlung, Diagnostik und präventive Beratung hinzu, stets unter Betreuung erfahrener Zahnärztinnen und Zahnärzte. Kommunikationsfähigkeit gegenüber Patienten wird dabei durchgängig mit ausgebildet, nicht als isoliertes Fach.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Zahnmedizin
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Fachliche Spezialisierungen

Die Zahnmedizin gliedert sich in mehrere Teildisziplinen. Zahnerhaltung befasst sich mit Prävention und Behandlung von Erkrankungen der eigenen Zähne, während die Spezialchirurgie bei komplexeren Fällen operative Verfahren einsetzt. Kieferorthopädie und Endodontie erfordern präzises handwerkliches Können. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Radiologie und Pathologie ist bei umfassenden Behandlungsplänen üblich, und die Kinderzahnheilkunde verlangt eigene, altersgerechte Herangehensweisen.

Berufliche Perspektiven nach dem Abschluss

Absolventinnen und Absolventen stehen nach der Approbation mehrere Wege offen: die Anstellung in einer Praxis oder Klinik, die Übernahme oder Neugründung einer eigenen Praxis, eine Spezialisierung etwa in Kieferorthopädie oder Oralchirurgie, oder eine akademische Laufbahn mit Forschung und Lehre. Angestellte Tätigkeit bringt planbarere Arbeitszeiten und geringeres unternehmerisches Risiko mit sich, während die Selbstständigkeit mehr Gestaltungsfreiheit, aber auch höhere Investitionskosten und kaufmännische Verantwortung bedeutet. Wer eine eigene Praxis führt, benötigt neben dem fachlichen Wissen auch betriebswirtschaftliche Grundlagen, wie sie etwa in einem Bachelor of Business Administration vermittelt werden.

Internationale Perspektiven

Der BDS wird an zahlreichen Universitäten im Vereinigten Königreich vergeben, darunter etablierte zahnmedizinische Fakultäten wie die der Queen’s University Belfast und der University of Glasgow. Wer im Ausland studiert oder später dort arbeiten möchte, profitiert von interkulturellen Kompetenzen und internationalen Kontakten – muss aber die jeweiligen Anerkennungsverfahren des Ziellandes berücksichtigen, da BDS, DDS/DMD und die deutsche Approbation rechtlich eigenständige Qualifikationen sind.

Anders als bei generalistischen Bachelorabschlüssen mit klassischer Bachelor-Master-Struktur, etwa einem Bachelor of Science oder einem Bachelor of Engineering, handelt es sich bei der zahnärztlichen Ausbildung in Deutschland um ein grundständiges Staatsexamensstudium ohne Bachelor-Zwischenabschluss. Vergleichbar ist das am ehesten mit anderen staatlich geprüften Berufen: Auch ein Bachelor of Laws ersetzt in Deutschland nicht das juristische Staatsexamen. Wer stattdessen in die Ausbildung und Lehre wechselt, etwa an einer zahnmedizinischen Fakultät, benötigt andere Qualifikationswege als Absolventinnen und Absolventen eines Bachelor of Education.

Internationale Perspektiven des BDS
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Häufig gestellte Fragen

Ist der Bachelor of Dental Surgery ein deutscher Abschluss?

Nein. BDS ist die im Vereinigten Königreich und in vielen Commonwealth-Ländern übliche Bezeichnung für den zahnärztlichen Erstabschluss. In Deutschland führt der vergleichbare Weg über das Staatsexamen zur Approbation, ohne eigenen Bachelor-Titel.

Wie lange dauert das Zahnmedizinstudium in Deutschland?

Die Regelstudienzeit beträgt fünfeinhalb Jahre, aufgeteilt in vier Semester Vorklinik mit Physikum und sechs Semester klinische Ausbildung bis zum Staatsexamen.

Braucht man eine Promotion, um als Zahnarzt zu arbeiten?

Nein. Approbation und Berufserlaubnis erfordern keine Promotion. Der Titel Dr. med. dent. ist eine zusätzliche akademische Qualifikation, die viele Absolventen anschließend erwerben, aber keine Voraussetzung für die Berufsausübung.

Wie hoch ist der Numerus Clausus für Zahnmedizin?

Er zählt zu den höchsten unter allen Studiengängen und schwankt je nach Hochschule und Semester. Verlässliche aktuelle Werte liefern die Zulassungsstellen der einzelnen Hochschulen bzw. hochschulstart.de, feste bundesweite Zahlen lassen sich nicht pauschal nennen.

Was braucht man zusätzlich für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie?

Neben dem zahnmedizinischen Staatsexamen ist ein zusätzliches Studium der Humanmedizin erforderlich. Diese Doppelqualifikation ermöglicht die Behandlung komplexer Fälle an der Schnittstelle beider Fachgebiete.

Quellen und weiterführende Links