Der Master of Education (M.Ed.) ist ein konsekutiver Masterabschluss, der auf einem Bachelor of Education aufbaut und für das Lehramt an Schulen qualifiziert. Er vertieft fachwissenschaftliches und fachdidaktisches Wissen in den gewählten Unterrichtsfächern sowie in den Bildungswissenschaften und ist in den meisten Bundesländern Voraussetzung für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst (Referendariat).
Vom Bachelor of Education zum Vorbereitungsdienst
Der Master of Education dauert in der Regel 4 Semester und umfasst 120 ECTS-Punkte. Zulassungsvoraussetzung ist meist ein einschlägiger Bachelor of Education oder ein Lehramtsbachelor mit vergleichbarer Fächerkombination; einzelne Hochschulen verlangen zusätzlich Sprachnachweise oder ein Motivationsschreiben. Den Abschluss bildet die Masterarbeit. Nach dem M.Ed. folgt in den meisten Bundesländern der Vorbereitungsdienst (Referendariat), der je nach Bundesland und Schulform unterschiedlich lang dauert, oft rund 18 Monate, und mit dem zweiten Staatsexamen abschließt.
Bewerbung und Zulassung
Die Bewerbung läuft in der Regel online über das Bewerbungsportal der jeweiligen Hochschule. Einzureichen sind unter anderem das Bachelorzeugnis, ein Nachweis der studierten Fächerkombination und teils ein Motivationsschreiben. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist prüfen die Hochschulen die Unterlagen auf Vollständigkeit und die Erfüllung der fachlichen Voraussetzungen; bei zulassungsbeschränkten Fächern entscheidet zusätzlich die Abiturnote oder ein Auswahlverfahren.
Studieninhalte und Module
Der Master of Education gliedert sich in drei Bereiche: die vertiefte Fachwissenschaft der gewählten Unterrichtsfächer, die zugehörige Fachdidaktik und die Bildungswissenschaften als theoretisches Fundament für Lehr- und Lernprozesse. Ein zentraler Baustein ist das Praxissemester an einer Schule, in dem Studierende Unterricht unter Anleitung planen und durchführen. Umfang und genaue Modulstruktur unterscheiden sich je nach Hochschule, Bundesland und gewählter Fächerkombination erheblich – verbindlich ist jeweils die Prüfungsordnung der Hochschule.
Spezialisierungsmöglichkeiten
Innerhalb des Master of Education lassen sich Schwerpunkte setzen, die auf spätere Tätigkeitsfelder zugeschnitten sind:
- Vertiefung Bildungswissenschaft: weiterführende Auseinandersetzung mit Pädagogik, Didaktik und Bildungstechnologie.
- Diversität und Inklusion: Umgang mit heterogenen Lerngruppen und inklusiver Unterrichtsgestaltung.
- Praxis Lehramt: zusätzliche Praxistage an Schulen über das reguläre Praxissemester hinaus.
Wer im Lehramt ein künstlerisches Fach unterrichten möchte, kombiniert die Fachwissenschaft oft mit Inhalten aus einem Master of Fine Arts, bei einem musikalischen Fach mit einem Master of Music. Für naturwissenschaftliche Fächer überschneidet sich die Fachwissenschaft stärker mit einem Master of Science, für geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Fächer mit einem Master of Arts.
Masterarbeit
Die Masterarbeit ist der wissenschaftliche Abschluss des Studiums. Die Themenwahl orientiert sich an den eigenen fachlichen oder bildungswissenschaftlichen Interessen; für die Betreuung ist eine passende Lehrperson aus dem jeweiligen Fach zu finden. Umfang, Formatierung und Anmeldeprozess – meist über ein Exposé – regelt die Prüfungsordnung der Hochschule; nach der Themenvergabe läuft eine feste Bearbeitungsfrist.
Berufsaussichten mit einem M.Ed.
Der klassische Berufsweg mit einem Master of Education führt über den Vorbereitungsdienst ins Lehramt an Grund-, Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen oder Gymnasien. Daneben eröffnet der Abschluss auch Tätigkeitsfelder außerhalb der Schule:
- Bildungsforschung an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen
- Bildungsadministration in Schulverwaltung und Behörden
- Entwicklung von Lehrplänen und Bildungsmaterialien
- Erwachsenenbildung und Weiterbildung
- Bildungsberatung in Verbänden oder Trägern der sozialen Arbeit
Master of Education an verschiedenen Universitäten
Der Master of Education wird an zahlreichen Universitäten angeboten, mit unterschiedlichen Schwerpunkten je nach angestrebter Schulform. Für das Grundschullehramt bieten manche Hochschulen, etwa die Universität Bremen, eigene Studienprogramme mit Fächern wie Deutsch und Mathematik an. Für das gymnasiale Lehramt liegt der Schwerpunkt stärker auf der Fachwissenschaft der beiden Hauptfächer. Für Berufskollegs kombinieren die Studiengänge berufspädagogische Inhalte mit einem technischen oder wirtschaftlichen Fach, das inhaltlich an einen Master of Engineering angrenzen kann. Programme für inklusive Pädagogik und Sonderpädagogik bereiten gezielt auf den Unterricht in heterogenen und inklusiven Klassen vor.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Voraussetzung für den Master of Education?
In der Regel ein Bachelor of Education oder ein vergleichbarer Lehramtsbachelor mit der passenden Fächerkombination. Manche Hochschulen verlangen zusätzlich Sprachnachweise oder ein Motivationsschreiben.
Wie lange dauert der Master of Education?
Der Master of Education dauert in Vollzeit meist 4 Semester und umfasst 120 ECTS-Punkte.
Was kommt nach dem Master of Education?
In den meisten Bundesländern folgt der Vorbereitungsdienst (Referendariat), der mit dem zweiten Staatsexamen abschließt und damit die Lehrbefähigung erteilt.
Kann man mit einem Master of Education auch außerhalb der Schule arbeiten?
Ja. Absolventinnen und Absolventen arbeiten auch in der Bildungsforschung, der Bildungsadministration, der Lehrplanentwicklung oder der Erwachsenenbildung.











