Curriculum: Lehrplan oder Studienplan einer Bildungseinrichtung

Curriculum
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Ein Curriculum ist der Lehr- oder Studienplan einer Bildungseinrichtung: Es legt fest, welche Inhalte in welcher Reihenfolge vermittelt werden, welche Lernziele erreicht werden sollen und wie Module oder Fächer aufeinander aufbauen. Anders als eine reine Inhaltsliste bezieht ein Curriculum auch didaktische Überlegungen, Bildungsstandards und die Frage ein, warum bestimmte Inhalte auf bestimmte Weise gelehrt werden.

Aufbau und Kernbestandteile

Curricula gliedern sich meist in Pflichtmodule, alternative Pflichtmodule und Wahlmodule, ergänzt um ein Modulhandbuch, das Inhalte, Lernziele und Prüfungsformen je Modul beschreibt. Der genaue Aufbau – Semesterlage, Prüfungsformen, ECTS-Verteilung – variiert je nach Hochschule, Fach und Land erheblich und wird verbindlich im jeweiligen Modulhandbuch der Bildungseinrichtung geregelt. An der Weiterentwicklung wirken in der Regel sowohl Lehrende und Studierende als auch externe Stimmen wie Absolventinnen, Absolventen und Arbeitgeber mit, damit Inhalte praxisnah bleiben.

Aufbau Curriculum
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Curriculum versus Lehrplan

Die Begriffe werden oft synonym verwendet, unterscheiden sich in der Fachliteratur aber im Akzent: Ein Lehrplan listet in erster Linie die zu vermittelnden Inhalte auf. Ein Curriculum betont zusätzlich die Lernzielorientierung – also nicht nur was, sondern auch wozu gelernt wird – und bezieht didaktische Methodik mit ein. In der Hochschuldidaktik ist dafür häufig der Ansatz des „Constructive Alignment“ maßgeblich: Lernziele, Lehrmethoden und Prüfungsformen werden bewusst aufeinander abgestimmt.

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Kerncurricula in Deutschland

In Deutschland ist Bildung Ländersache: Jedes Bundesland legt über eigene Kommissionen Kerncurricula je Schulform und Fach fest, orientiert an den bundesweiten Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK). Bayern etwa nutzt dafür den LehrplanPLUS. Diese Standards definieren, welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler auf welcher Stufe erreichen sollen, lassen Lehrkräften innerhalb dieses Rahmens aber pädagogischen Spielraum bei der konkreten Umsetzung.

Curricula nach Bildungsstufe

Bildungsstufe Curriculum-Fokus Beispiele
Grundbildung Entwicklung grundlegender Fähigkeiten Allgemeinbildende Schulen
Hochschulbildung Fachspezifische Vertiefung Betriebswirtschaft, Ingenieurwissenschaften
Weiterbildung Anwendungsbasiertes Lernen, Spezialisierung Executive MBA, IT-Sicherheitsmanagement

An Hochschulen regelt das Curriculum zugleich die formalen Voraussetzungen für Einschreibung und Zulassung zu einzelnen Modulen, etwa wenn Wahlmodule bestimmte Pflichtmodule voraussetzen.

Entwicklung und Qualitätssicherung

Curricula werden nicht einmalig festgelegt, sondern regelmäßig überprüft und angepasst, um fachliche Entwicklungen und veränderte Bildungsstandards abzubilden. Üblich ist ein vierstufiger Zyklus aus Planen, Durchführen, Bewerten und Überarbeiten, oft begleitet durch Dozentinnen und Dozenten sowie Qualitätsmanagementstellen der jeweiligen Bildungseinrichtung.

1. Planen 2. Durchführen 3. Bewerten 4. Überarbeiten
Curricula durchlaufen einen fortlaufenden Überarbeitungszyklus

Häufig gestellte Fragen

Ist Curriculum dasselbe wie Lehrplan?

Weitgehend ja, in der Fachliteratur betont Curriculum jedoch stärker die Lernzielorientierung und didaktische Methodik, während Lehrplan eher die Inhaltsliste meint.

Wer legt Curricula in Deutschland fest?

Für Schulen sind die Bundesländer über eigene Kommissionen zuständig, orientiert an den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz. Hochschulen entwickeln ihre Curricula eigenständig im Rahmen der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung.

Was regelt das Modulhandbuch?

Es beschreibt für jedes Modul eines Curriculums Inhalte, Lernziele, Voraussetzungen, Prüfungsform und ECTS-Punkte und dient Studierenden als verbindliche Planungsgrundlage.

Wie oft werden Curricula aktualisiert?

Es gibt keinen einheitlichen Turnus; Bildungseinrichtungen überprüfen ihre Curricula im Rahmen der Qualitätssicherung regelmäßig und passen sie bei Bedarf an neue fachliche oder rechtliche Vorgaben an.

Quellen und weiterführende Links