Beitragsbild: mit KI erstellt (Symbolbild)
Als Quereinsteiger bezeichnet man eine Person, die ohne einschlägige formale Ausbildung in ein neues Berufs- oder Bildungsfeld wechselt. Der Quereinstieg spielt in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt eine wachsende Rolle, weil klassische Ausbildungswege in vielen Branchen nicht mehr mit dem tatsächlichen Fachkräftebedarf mithalten.
Warum Unternehmen zunehmend auf Quereinsteiger setzen
Digitalisierung und demografischer Wandel verändern die Nachfrage nach Arbeitskräften spürbar: Neue Technologien schaffen Berufe, für die es noch keine etablierten Ausbildungswege gibt, während in anderen Branchen – etwa Pflege oder IT – der klassische Nachwuchs nicht ausreicht. Laut einer Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) ist ein Großteil der deutschen Unternehmen grundsätzlich bereit, Personen ohne einschlägigen Berufsabschluss einzustellen, sofern relevante Kompetenzen in einem verwandten Bereich vorhanden sind. Besonders IT und Technologie, das Gesundheitswesen sowie Teile der Finanzdienstleistungsbranche gelten als quereinstiegsfreundlich.
Wege zur Qualifizierung
Eine Umschulung ermöglicht einen strukturierten Neustart in einem anderen Berufsfeld und kann je nach Situation ganz oder teilweise über Arbeitsagentur oder Rentenversicherung finanziert werden. Betriebliche Umschulungen mit Lernen am Arbeitsplatz eignen sich besonders für Menschen, die Familie und Qualifizierung miteinander vereinbaren müssen. Bildungsträger bieten daneben zertifizierte Kurzprogramme an, mit denen sich einzelne Kompetenzlücken gezielt schließen lassen – teils in Form einer Zusatzqualifikation, die neben oder nach einer bestehenden Ausbildung erworben wird.

Welche Kompetenzen zählen
Neben Fachkenntnissen entscheiden bei Quereinsteigern oft die Soft Skills über den Erfolg: Kommunikationsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Konfliktlösungsfähigkeit, Teamfähigkeit, Zeitmanagement und Kreativität lassen sich aus vorherigen Berufen mitbringen und übertragen. Wichtig ist außerdem die Bereitschaft, kontinuierlich Neues zu lernen – fehlende Branchenerfahrung lässt sich durch Engagement und schnelle Einarbeitung teilweise ausgleichen. Ein klar formuliertes Qualifikationsprofil hilft dabei, genau diese übertragbaren Fähigkeiten in einer Bewerbung sichtbar zu machen.
Für die Integration im neuen Arbeitsumfeld spielt zudem das Unternehmensklima eine Rolle: Mentoring-Programme und gezielte Weiterbildung in der Einarbeitungsphase erleichtern es Quereinsteigenden, im neuen Berufsfeld tatsächlich Fuß zu fassen.
Häufig gestellte Fragen
In welchen Branchen sind Quereinsteiger besonders gefragt?
Besonders hoher Bedarf besteht derzeit in IT und Technologie, im Gesundheits- und Pflegebereich sowie in Teilen der Finanzdienstleistungsbranche, weil dort der Fachkräftebedarf über das reguläre Ausbildungsangebot hinausgeht.
Brauche ich für einen Quereinstieg immer eine Umschulung?
Nicht zwingend. In manchen Berufen genügen praktische Erfahrung und kurze Einarbeitung, in anderen – etwa im Gesundheitswesen – ist eine formale Umschulung oder Zusatzqualifikation Voraussetzung, um bestimmte Tätigkeiten ausüben zu dürfen.
Wie finanziere ich eine Umschulung als Quereinsteiger?
Möglich sind unter anderem Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur, eine Förderung durch die Deutsche Rentenversicherung bei beruflicher Reha oder eine anteilige Finanzierung durch den neuen Arbeitgeber im Rahmen einer betrieblichen Umschulung.
Was überzeugt Arbeitgeber am ehesten bei einer Quereinstiegs-Bewerbung?
Ein klar dargelegter Bezug zwischen bisherigen Erfahrungen und den Anforderungen der neuen Stelle, konkrete Beispiele für relevante Soft Skills sowie erkennbare Motivation, sich in das neue Feld einzuarbeiten.









