Leistungskurs: Vertiefter Unterricht in einem Schulfach

Leistungskurs

Ein Leistungskurs (LK) ist ein Kurs in der gymnasialen Oberstufe, in dem ein gewähltes Fach mit erhöhtem Anforderungsniveau und mehr Wochenstunden unterrichtet wird als im Grundkurs. Leistungskurse bilden gemeinsam mit den Grundkursen die Basis für das Abitur und zählen bei der Abiturnote doppelt.

Bedeutung und Zielsetzung von Leistungskursen im Bildungssystem

Die gymnasiale Oberstufe soll Schülerinnen und Schüler auf Studium und Berufsleben vorbereiten. Leistungskurse ermöglichen dabei eine gezielte fachliche Spezialisierung, ohne die breite Allgemeinbildung durch die übrigen Grundkurse aufzugeben.

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Spezialisierung und Profilbildung

Über die Wahl der Leistungsfächer setzen Schülerinnen und Schüler eigene fachliche Schwerpunkte, die zu ihren Interessen und Stärken passen.

Bedeutung für Studierfähigkeit und Berufsvorbereitung

Die intensivere Auseinandersetzung mit einem Fach fördert selbstständiges Arbeiten – eine Fähigkeit, die dem Selbststudium an der Hochschule strukturell ähnelt und den Übergang erleichtern soll.

Leistungskurs versus Grundkurs

Historisch geht das heutige Kurssystem der Oberstufe auf die Oberstufenreform von 1972 zurück, mit der die Kultusministerkonferenz die traditionelle Vollständigkeit aller Fächer durch ein Kurssystem mit Wahlmöglichkeiten ersetzte. Seither wurde das System in mehreren Bundesländern wiederholt angepasst.

Leistungskurse werden in der Regel mit fünf Wochenstunden über zwei Jahre unterrichtet, Grundkurse meist mit drei Wochenstunden. Schülerinnen und Schüler wählen üblicherweise zwei bis drei Leistungsfächer aus einem vorgegebenen Fächerangebot, etwa Mathematik, eine Fremdsprache oder eine Naturwissenschaft.

LK 5 Wochenstunden 2 Jahre Dauer Zählt doppelt 2-3 Fächer wählbar GK 3 Wochenstunden 2 Jahre Dauer Zählt einfach Restliche Fächer
Leistungskurs (LK) und Grundkurs (GK) unterscheiden sich in Stundenzahl und Gewichtung; genaue Regeln variieren je Bundesland.

Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe

Die genaue Zahl der zu belegenden Kurse und die Verteilung zwischen Leistungs- und Grundkursen regelt jedes Bundesland eigenständig. In Nordrhein-Westfalen etwa müssen Schülerinnen und Schüler in der Qualifikationsphase insgesamt 40 Kurse belegen; die acht Kurshalbjahre der beiden Leistungskurse zählen dabei doppelt, mindestens 27 Grundkurs-Halbjahre einfach. Andere Bundesländer setzen abweichende Vorgaben.

Kriterien und Prozess der Wahl von Leistungskursen

Die Kurswahl sollte über die persönliche Vorliebe hinaus mehrere Faktoren berücksichtigen, da sie die Abiturprüfung mitbestimmt:

  • Persönliches Interesse und bisherige schulische Leistung im Fach
  • Empfehlungen von Lehrkräften und Erfahrungsberichte älterer Jahrgänge
  • Vorgaben des jeweiligen Bundeslands zu verpflichtenden Fächerkombinationen, etwa bei Mathematik oder Deutsch
  • Anforderungen der Abiturprüfung, die in der Regel alle drei Aufgabenfelder (sprachlich-literarisch, gesellschaftswissenschaftlich, mathematisch-naturwissenschaftlich) abdecken muss

Auch praktisch orientierte Fächer wie Mathematikunterricht oder künstlerische Fächer wie Kunstunterricht stehen an vielen Schulen als Leistungskurs zur Wahl, abhängig vom jeweiligen Fächerangebot.

Bilingualer Unterricht als Sonderform

An manchen Gymnasien wird ein Teil der Oberstufe bilingual angeboten – Sachfächer wie Geschichte oder Erdkunde werden dann teilweise in einer Fremdsprache unterrichtet. Das unterscheidet sich vom klassischen fremdsprachlichen Unterricht und soll Sprachkenntnisse sowie interkulturelle Kompetenz zusätzlich fördern.

Die Abiturprüfung: Anforderungen und Bewertung

Am Ende der Oberstufe stehen schriftliche Prüfungen in der Regel in drei Fächern sowie eine mündliche Prüfung in einem vierten Fach; teils kann die mündliche Prüfung durch eine besondere Lernleistung ersetzt werden. Die Prüfungsfächer ergeben sich aus der Kombination der gewählten Leistungs- und Basisfächer und müssen die vorgeschriebenen Aufgabenfelder abdecken.

Leistungskurse strukturieren damit einen zentralen Teil der gymnasialen Oberstufe: Sie verbinden fachliche Vertiefung mit der breiteren Allgemeinbildung der Grundkurse und beeinflussen sowohl die Abiturnote als auch die Studien- und Berufsorientierung maßgeblich. Die konkrete Ausgestaltung unterscheidet sich zwischen den Bundesländern spürbar, weshalb ein Blick in die jeweilige Schulordnung vor der Kurswahl sinnvoll ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Leistungskurse muss man in der Oberstufe wählen?

Meist zwei bis drei, je nach Bundesland und Schulform. Die genaue Zahl und mögliche Fächerkombinationen regelt die jeweilige Landesverordnung zur gymnasialen Oberstufe.

Zählt der Leistungskurs wirklich doppelt für das Abitur?

Ja, die Ergebnisse aus den Leistungskursen fließen in der Regel doppelt gewichtet in die Gesamtqualifikation ein, Grundkurse einfach.

Kann man den Leistungskurs im Laufe der Oberstufe wechseln?

Ein Wechsel ist meist nur zu Beginn der Qualifikationsphase und nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich; er hängt von den Regeln der jeweiligen Schule und des Bundeslands ab.

Ist ein Leistungskurs schwerer als ein Grundkurs?

Er verlangt mehr Wochenstunden und ein höheres Anforderungsniveau im gewählten Fach, dafür aber weniger Breite über viele Fächer hinweg als die Summe der Grundkurse.

Quellen und weiterführende Links