Zweiter Bildungsweg: Nachträgliche Erlangung von Schulabschlüssen

Zweiter Bildungsweg

Der Zweite Bildungsweg bezeichnet die Möglichkeit für Erwachsene, einen Schulabschluss nachträglich zu erwerben oder einen bestehenden Abschluss zu verbessern – meist berufsbegleitend über Abendschulen, Kollegs, Volkshochschulen oder Externenprüfungen. Er ergänzt den regulären schulischen Bildungsweg und richtet sich gezielt an Berufstätige.

Welche Abschlüsse sich nachholen lassen

Vom Hauptschulabschluss bis zur allgemeinen Hochschulreife deckt der Zweite Bildungsweg ein breites Spektrum ab. Die konkreten Angebote unterscheiden sich je Bundesland; einen Überblick bietet die Kultusministerkonferenz. Wer bereits über qualifizierte Berufserfahrung verfügt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne formalen Schulabschluss ein Studium aufnehmen – dieser Weg wird gelegentlich als „dritter Bildungsweg“ bezeichnet.

Hauptschulabschluss und Mittlerer Bildungsabschluss

Diese Abschlüsse lassen sich über Abendschulen, Volkshochschulen und Berufsfachschulen nachholen. Die Kurse richten sich speziell an Erwachsene, die ihren Abschluss verbessern und dadurch weitere berufliche Schritte gehen möchten.

Fachhochschulreife und allgemeine Hochschulreife

Abendgymnasien, Berufsoberschulen und Kollegs führen zur Fachhochschulreife oder zum Abitur. In manchen Bundesländern ist der Abschluss auch über eine Externenprüfung möglich, bei der die Prüfung ohne vorherigen Schulbesuch abgelegt wird. Ein bekanntes Beispiel für einen Online-Weg mit Präsenzanteilen ist abitur-online.nrw.

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Hauptschule Mittlerer Fachabitur Abi
Der Zweite Bildungsweg führt stufenweise vom Hauptschulabschluss bis zur allgemeinen Hochschulreife.

Flexible Lernformen für Berufstätige

Angebote auf dem Zweiten Bildungsweg sind so gestaltet, dass sie sich mit Beruf und Familie vereinbaren lassen. Typisch sind:

Online- und Präsenzlernen ergänzen sich häufig: Theoretische Inhalte werden online erarbeitet, praktische Anteile unter Anleitung in Präsenz vertieft. Wer diesen Weg mit einem Fernstudium kombiniert, kann Lernzeiten weitgehend selbst bestimmen.

Flexible Lernformen

Institutionen im Überblick

Abendschulen und Kollegs richten sich gezielt an Erwachsene und Berufstätige; Unterricht findet meist abends oder am Wochenende statt. Eine Abendschule führt in der Regel innerhalb von drei bis vier Jahren zum allgemeinen Abitur, ein Kolleg in zwei bis drei Jahren zur Fachhochschulreife. Online-Kurse eignen sich vor allem zur flexiblen Vorbereitung auf Externenprüfungen und werden unter anderem von Volkshochschulen angeboten.

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Weiterbildung neben dem nachgeholten Abschluss – etwa in Projektmanagement oder digitalem Marketing – kann die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich verbessern. Nach OECD-Einschätzung stärkt berufsbegleitendes Lernen neben Fachwissen auch überfachliche Fähigkeiten wie Teamarbeit, was Berufstätige auf dem Arbeitsmarkt insgesamt vielseitiger einsetzbar macht. Der Zweite Bildungsweg ist damit ein zentraler Baustein der Erwachsenenbildung in Deutschland.

Beratung und Unterstützung

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt bei der Wahl des passenden Bildungswegs, informiert über Fördermöglichkeiten und hilft, realistische Zeit- und Finanzierungspläne aufzustellen. Eine persönliche Beratung vor dem Start lohnt sich besonders dann, wenn mehrere Wege – etwa Abendschule, Kolleg oder Externenprüfung – infrage kommen und die Entscheidung von der individuellen beruflichen und familiären Situation abhängt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Zweitem und drittem Bildungsweg?

Der Zweite Bildungsweg führt zu einem formalen Schulabschluss. Der dritte Bildungsweg ermöglicht den Zugang zu einem Studium über qualifizierte Berufserfahrung, auch ohne diesen formalen Abschluss.

Kann man das Abitur auch ohne vorherigen Schulbesuch nachholen?

Ja, über eine Externenprüfung (Nichtschülerprüfung), bei der die Abiturprüfung ohne regulären Unterrichtsbesuch abgelegt wird. Die Vorbereitung erfolgt meist im Selbststudium oder über Vorbereitungskurse.

Wie lange dauert der Weg über eine Abendschule oder ein Kolleg?

Eine Abendschule führt in der Regel innerhalb von drei bis vier Jahren zum allgemeinen Abitur, ein Kolleg in etwa zwei bis drei Jahren zur Fachhochschulreife. Die genaue Dauer hängt vom Bundesland und der individuellen Ausgangsqualifikation ab.

Wer berät bei der Wahl des passenden Bildungswegs?

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit sowie die Bildungsserver der Bundesländer bieten Informationen zu Angeboten, Fristen und Fördermöglichkeiten.

Weiterführende Informationen bieten die Bundesagentur für Arbeit, der Deutsche Bildungsserver sowie der Wikipedia-Artikel zum Zweiten Bildungsweg.