Klausur: Schriftliche Prüfung an einer Hochschule oder Schule

Klausur

Eine Klausur ist eine schriftliche Prüfung, die Teilnehmende innerhalb eines festen Zeitrahmens und meist unter Aufsicht bearbeiten. Sie kommt sowohl in der gymnasialen Oberstufe als auch an Hochschulen zum Einsatz und bewertet, wie gut jemand Lerninhalte verstanden hat und anwenden kann. In der Schule ersetzt die Klausur häufig die Klassenarbeit der Sekundarstufe I.

Klausuren im Bildungssystem

Klausurenphasen prägen die Bewertung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden maßgeblich und zeigen, wie gut Lehrpläne in der Praxis wirken. Lehrpläne selbst lassen sich grob in drei Typen unterscheiden: den formalen Lehrplan mit klar definierten Lernzielen, informelles Lernen etwa durch Projektarbeit, und den sogenannten „heimlichen“ Lehrplan – unbewusst vermittelte Werte durch Schulklima und Lehrerverhalten. Klausuren prüfen in erster Linie den formalen Lehrplan, verlangen dabei aber zunehmend auch, Wissen auf neue Probleme zu übertragen und kritisch zu argumentieren.

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Klausuren in Schule und Hochschule im Vergleich

Der Übergang von der Schule zur Hochschule bringt spürbar mehr Eigenverantwortung mit sich. Während in der Schule Vokabeltests und kürzere Schreibproben üblich sind, verlangen Hochschulklausuren häufig eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Stoff – ergänzt durch Formate wie Hausarbeiten oder Facharbeiten, die eigenständige Literaturrecherche und eine begründete eigene These erfordern.

Universität Prüfungsformate

An der Hochschule gelten für Klausuren feste Regeln: Anmeldefristen, klar geregelte Hilfsmittel und häufig eine mündliche Prüfung als Alternative oder Ergänzung. Gutes Zeitmanagement während der Bearbeitung hilft nicht nur beim Bestehen, sondern reduziert nachweislich auch Prüfungsangst.

Gängige Prüfungsformate an Hochschulen

Neben der klassischen Klausur mit Multiple-Choice- und offenen Fragen gibt es an Hochschulen weitere Formate wie Seminararbeiten oder Projektaufgaben, die sich in Objektivität, Korrekturaufwand und Lernzuwachs deutlich unterscheiden:

Prüfungsformat Objektivität der Bewertung Korrekturaufwand Lernzuwachs bei Studierenden
Multiple-Choice Hoch Gering Eher gering
Freie Antworten Mittel Hoch Hoch
Seminararbeit Gering Hoch Sehr hoch

Projektaufgaben mit praktischem Teil verlangen zusätzlich langfristiges Engagement und häufig Teamarbeit: Studierende wenden wissenschaftliche Methoden gemeinsam an und übertragen theoretisches Wissen in die Praxis. Welches Format zum Lernziel passt, sollte im Idealfall zwischen Lehrenden und Studierenden abgestimmt werden – auch zur Vorbereitung auf spätere Prüfungsschritte wie Abschlussprüfung oder Zwischenprüfung.

Open-Book- und Online-Klausuren

Viele Hochschulen setzen inzwischen auf Open-Book-Klausuren, bei denen umfangreiche Hilfsmittel erlaubt sind – das verändert, was eine Klausur überhaupt prüft, und stellt Lehrende vor die Frage, wie sich Fairness und Prüfungsintegrität trotzdem sichern lassen. Bei Online-Prüfungen ohne direkte Aufsicht kommt erschwerend hinzu, dass sich unerlaubte Hilfe schwerer ausschließen lässt.

Wie ernst Hochschulen die Nachprüfbarkeit von Prüfungsleistungen nehmen, zeigt das Beispiel der Universität Hamburg: Dort gelten für studienbegleitende Prüfungsunterlagen Aufbewahrungsfristen von fünf Jahren, für Abschlussarbeiten sogar von dreißig Jahren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Klausur und einer Klassenarbeit?

Beide sind schriftliche Prüfungen unter Aufsicht. Der Begriff Klassenarbeit wird meist in der Sekundarstufe I verwendet, Klausur in der gymnasialen Oberstufe und an Hochschulen. Klausuren verlangen in der Regel eine komplexere, stärker anwendungsorientierte Bearbeitung.

Welche Hilfsmittel sind bei einer Klausur erlaubt?

Das hängt vom Fach und von der jeweiligen Prüfungsordnung ab. Sie reichen von reinen Closed-Book-Klausuren ohne Hilfsmittel bis zu Open-Book-Klausuren, bei denen Skripte, Fachliteratur oder Taschenrechner zugelassen sind.

Was ist eine Open-Book-Klausur?

Eine Klausurform, bei der Teilnehmende während der Bearbeitung auf Unterlagen wie Skripte oder Fachliteratur zugreifen dürfen. Geprüft wird dabei weniger das reine Auswendigwissen als die Fähigkeit, Wissen gezielt anzuwenden und zu strukturieren.

Wie lange werden Klausuren aufbewahrt?

Das regeln die Hochschulen individuell. An der Universität Hamburg gelten beispielsweise fünf Jahre für studienbegleitende Prüfungsunterlagen und dreißig Jahre für Abschlussarbeiten.

Quellen und weiterführende Links