Dozentenfeedback: Rückmeldung von Lehrenden an Studierende

Dozentenfeedback

Dozentenfeedback bezeichnet die Rückmeldung von Lehrenden an Studierende zu erbrachten Leistungen, Arbeiten oder Prüfungen. Es unterscheidet sich von reiner Notengebung dadurch, dass es Gründe und Verbesserungsmöglichkeiten benennt, und wird an Hochschulen seit Jahrzehnten als Instrument der Qualitätssicherung in der Lehre eingesetzt.

Funktion in der Hochschullehre

Feedback von Dozierenden dient zwei Zwecken zugleich: Es macht Studierenden sichtbar, wo sie im Lernprozess stehen, und es liefert Lehrenden Hinweise darauf, wo eine Veranstaltung nachjustiert werden muss. Die Universität Bielefeld etwa verfolgt in ihren Lehrveranstaltungen den Ansatz, Feedback gezielt zur Unterrichtsplanung und zur Aufdeckung von Missverständnissen im Wissensstand der Studierenden zu nutzen. Feedback ist damit mehr als eine Bewertung – es unterstützt sowohl das Lernen als auch das Lehren.

Im Verhältnis zur allgemeinen Rückmeldung ist Dozentenfeedback ein Spezialfall: Es bezieht sich konkret auf die Hochschulsituation und das Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden.

effiziente Rückmeldung

Qualitätssicherung durch strukturierte Rückmeldung

An deutschen Hochschulen wurde die systematische Einbindung von Feedback in den vergangenen zwei Jahrzehnten ausgebaut. Der Qualitätspakt Lehre des Bundes förderte zwischen 2011 und 2020 in zwei Phasen Projekte zur Verbesserung der Lehrqualität an insgesamt rund 186 Hochschulen, darunter auch den Aufbau von Schreibzentren und Feedbackstrukturen für schriftliche Arbeiten (Details siehe Quellen).

Evaluation und Dozentenfeedback ergänzen sich dabei: Evaluationen bewerten Lehrveranstaltungen meist anonym und aggregiert über einen ganzen Jahrgang, Dozentenfeedback richtet sich direkt an einzelne Studierende oder einzelne Arbeiten. Auch die Modulevaluation arbeitet mit einem ähnlichen Prinzip, allerdings auf Ebene ganzer Module statt einzelner Leistungen.

Feedbackformen und ihr Einsatz

In der Praxis kommen unterschiedliche Formen zum Einsatz, je nach Lehrformat und Ziel:

Feedbackform Ziel Typisches Einsatzgebiet
Schriftliches Feedback Verbesserung der Aufgabenbearbeitung Universitäten, Fachhochschulen
Mündliches Feedback Direkte Interaktion, Rückfragen möglich Seminare, Workshops
Elektronisches Feedback Schnelle, oft standardisierte Rückmeldung Online-Kurse
Peer-Feedback Förderung von Selbstreflexion Gruppenarbeit, Projekte

Peer-Feedback grenzt sich vom Dozentenfeedback dadurch ab, dass sich Studierende gegenseitig einschätzen; es wird häufig ergänzend eingesetzt, etwa im Rahmen von Peer-Learning.

Was gutes Feedback ausmacht

Wirksames Dozentenfeedback ist zeitnah, konkret und auf die jeweilige Arbeitsphase abgestimmt, statt pauschal am Ende eines Moduls gegeben zu werden. Es benennt Stärken und Schwächen und macht Bewertungsmaßstäbe transparent, statt sie erst nachträglich zu erklären. Untersuchungen, unter anderem der University of Edinburgh, deuten darauf hin, dass Feedback, das zur Selbstreflexion anregt, eher zu tieferem Lernen führt als eine reine Notenrückmeldung – ein Effekt, der eng mit der Lernmotivation Studierender zusammenhängt.

Leistung erbringen Note und Kommentar Ergebnis einordnen Vorgehen anpassen wiederholt sich mit jeder neuen Leistung
Der Feedback-Kreislauf im Hochschulkontext

Beurteiler oder Unterstützer: die Rolle der Lehrenden

Dozentenfeedback und Notengebung verfolgen unterschiedliche, aber verbundene Ziele: Die Bewertung misst eine erbrachte Leistung, das Feedback soll die nächste Leistung verbessern. Lehrende, die sich primär als Unterstützer und nicht nur als Beurteiler verstehen, schaffen eher eine Lernumgebung, in der Studierende Fehler offen ansprechen und aus Rückmeldungen lernen, statt sie nur als Note zu verbuchen. Regelmäßige Schulungen zu Feedbackkompetenz unterstützen Dozierende dabei, diese Rolle auszufüllen.

Häufig gestellte Fragen

Ist Dozentenfeedback dasselbe wie eine Bewertung?

Nein. Eine Bewertung oder Note misst eine erbrachte Leistung, Dozentenfeedback erklärt zusätzlich, warum sie so ausgefallen ist und wie sie verbessert werden kann.

Wie oft sollten Dozierende Feedback geben?

Es gibt keine feste Regelfrequenz. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass Feedback zeitnah zur jeweiligen Leistung erfolgt, damit Studierende es noch auf die nächste Arbeit anwenden können.

Was unterscheidet Dozentenfeedback von Peer-Feedback?

Dozentenfeedback kommt von der Lehrperson und hat in der Regel Gewicht für die Bewertung. Peer-Feedback stammt von Mitstudierenden und dient vor allem dem Perspektivwechsel und der Selbstreflexion.

Kann Feedback auch demotivieren?

Ja, wenn es ausschließlich Defizite benennt, ohne konkrete Ansatzpunkte für Verbesserung zu liefern. Konstruktives Feedback verbindet Kritik deshalb mit umsetzbaren Hinweisen.

Quellen und weiterführende Links